Rezension zu „Rules for being a Girl“

Rezension zu „Rules for being a Girl“

26. Oktober 2020 0 Von Nicky Mohini

„Rules for being a Girl“ ist für mich der Flop des Jahres 2020 und eines der wenigen Bücher, welches ich nach einem Drittel abgebrochen habe.

Daten zum Buch:

Titel: Rules for being a Girl
Autor: Candace Bushnell & Katie Cotugno
Verlag: Dragonfly
Cover: BUCH & Design Vanessa Weuffel
Preis: eBook 11,99 € / Broschiert 15,00 €
Erscheinungsdatum: 22. September 2020
Anzahl der Seiten: 288
Bewertung: 2 Sterne

Als Teenager hat man es nicht leicht. Vor allem die Mädchen sollen immer toll aussehen, sich im besten Fall schminken, aber nicht zu stark. Sie sollen nicht zu dünn sein, aber selbstverständlich auch nicht zu dick. All das sind ausgesprochene und unausgesprochene Regeln, an die Marin sich immer hält. Bis zu dem Moment, indem ihr Lehrer etwas tut, was er niemals hätte tun sollen. Plötzlich sieht Marin die Welt mit anderen Augen und für sie steht fest: Sie muss etwas verändern, wenn sie nicht will, dass die Mädchen und Frauen weiter ungerecht behandelt werden.

Das Cover gefällt mir wirklich gut. Auf dem schwarzen Hintergrund sind in grau die Regeln geschrieben, wie Mädchen sich zu verhalten haben. Der Titel des Buches, der in weißer Farbe gehalten ist, springt einem regelrecht ins Auge und der Untertitel des Buches, der in pink geschrieben ist, macht das ganze wieder ein klein wenig mädchenhaft.

Marin ist für mich absolut nicht greifbar. Ich finde sie weder sonderlich sympathisch, noch habe ich eine Bindung oder Gefühle zu ihr aufbauen können. Wenn ich so an sie zurückdenke, empfinde ich sie als farblos und mir fällt nichts positives zu ihr ein. Ich weiß nicht, ob sich das im restlichen Buch noch geändert hätte, aber ich konnte mir das wirklich nicht länger antun.

Ein Buch, das Mädchen Mut macht, sie selbst zu sein – das klang einfach perfekt, weshalb ich „Rules for being a Girl“ unbedingt lesen musste. In der heutigen Gesellschaft, in der einfach alles kritisiert wird, ein wichtiges Thema. Für mich ist es aber ganz klar an der Umsetzung gescheitert. Beginnen wir mit dem Schreibstil, der nicht sonderlich flüssig, sondern eher abgehackt und zäh wirkt. Das ist ein Punkt, der das Lesen zwar erschwert, aber nicht unmöglich macht. Der Moment, der mich dazu gebracht hat, das Buch nicht zu beenden, kam kurz nach dem sogenannten „Vorfall“ mit ihrem Lehrer. Wobei ich das Wort „Vorfall“, wie es im Klappentext steht, auch nicht angebracht finde. Versteht mich nicht falsch, ich möchte hier nichts schönreden und das, was Marin passiert ist, ist absolut NICHT okay. Und ich verstehe auch, dass sie etwas ändern will. Ja, das ist gut und man sollte es nicht totschweigen. Das große Problem, das ich mit ihr hatte, war ihr Verhalten danach. Natürlich verändert das einen Menschen, vor allem ein junges Mädchen, aber verdammt, sie wirkt weder ehrlich noch real und das ging mir zu schnell, zu krass. Sie ist wie ausgewechselt und reagiert für mich übertrieben. Damit meine ich nicht die Reaktion auf den „Vorfall“ selbst, sondern ihre persönliche Entwicklung, die daraus resultiert. Warum gebe ich dem Buch dennoch 2 Sterne, wenn ich es doch augenscheinlich so furchtbar finde? Weil es ein wichtiges Thema anspricht und andere vielleicht motivieren kann, zu sich zu finden, seine Stimme zu erheben, nicht zu schweigen, etwas zu verändern …