[Rezension] Der Tengu von Tokio

[Rezension] Der Tengu von Tokio

12. Juli 2026 0 Von Grey

Japan, Tokio. Mystische Wesen, aber nicht zu viel und ein Protagonist, der aus der Rolle fällt.

Details:

Der Tengu von Tokio

Nicolas Mueller

Selfpublishing

4,99 € E-Book / 17,99 € Taschenbuch

19. Juli 2024

431 Seiten

Thron der Chrysanthemen Trilogie #1

2,5 Sterne

Ausgerechnet Tokio! Leo kann es nicht fassen, dass er für sein Auslandssemester nach Japan geschickt wird. Dabei wollte er nichts mehr mit dem Heimatland seiner Eltern zu tun haben. Aber Leo bleibt keine andere Wahl, als sich ins Flugzeug zu setzen und ans andere Ende der Welt zu fliegen.

Dort lernt er die rätselhafte Naomi kennen. Eigentlich soll ihm die Kunststudentin nur die japanische Kultur näherbringen. Doch dann wird Leo Zeuge, wie Naomi einem mysteriösen Mann auf den Fersen ist, der als Tengu – ein japanisches Fabelwesen – verkleidet in Tokio sein Unwesen treibt.

Schon bald deckt Leo ein unglaubliches Geheimnis auf. Die Grenzen zwischen Realität und japanischer Mythologie verschwimmen, als er plötzlich in die Ereignisse verwickelt wird. Leo muss sich beeilen, wenn er den Tengu schnappen und eine Katastrophe verhindern will.

Der erste Eindruck hat mich etwas verschreckt, weil man den Protagonisten erstmal von einer nicht so positiven Seite kennenlernt, wie man es eigentlich gewöhnt ist, damit man ihn erstmal auf neutrale Weise kennenlernen kann. 

Ich habe von Anfang an gehofft das Leo an Sympathien gewinnt, denn der erste Eindruck war sehr irritierend. Er war anstrengend.  Als sich die etwas legte, hatte ich das Gefühl das noch eine Entwicklung kommen könnte, die es für mich verständlicher macht, woher diese Abneigung kommt. Man bekommt Einblicke in die japanische Mythologie, aber ein bisschen mehr Details hätte ich mir dann doch gewünscht, manche Erklärungen waren nur grob angerissen und das war es dann auch schon. Die Geschichte hat für mich lange gebraucht, bis sie für mich interessant genug war, um weiterlesen zu wollen.  Einige Fragen sind noch offen, manche die mit der Zeit beantwortet werden müssen und jene dessen Antworten ich gebräucht hätte, um zu Band 2 greifen zu wollen. Alles in allem hat es sich nicht ganz rund angefühlt und die Begeisterung der japanischen Mythologie war mir zu wenig vertreten. Leo hat zwar noch eine Entwicklung durchlebt, über die ich etwas überrascht war, aber letzendlich kam sie mir zu spät in der Geschichte um meinen Gesamteindruck stark zu verändern.

Leo ist sehr undurchsichtig und reagiert sehr aufbrausend, wenn es um seine Herkunft geht. Gut gelaunt zu sein, scheint bei ihm rar zu sein. Seine Hintergründe und wie es dazu kam, das er so fühlt wie er es tut, war für mich nicht nachvollziehbar, da mir da der Einblick dafür gefehlt hat. Ich hatte das Gefühl das er sich noch nicht selbst gefunden hat und trotz seines Alters oftmals trotzig reagierte, in Situationen die das nicht gerechtfertigt haben.