[Rezension] Als das Leben mich aufgab

[Rezension] Als das Leben mich aufgab

3. April 2025 0 Von Grey

Als das Leben mich aufgab, war ich 16 Jahre alt und trug keine Schuhe…

Details:
Als das Leben mich aufgab
Ney Sceatcher
Bookapi Verlag
6,99 € E-Book / 15,99 € Taschenbuch
01. Juli 2023
388 Seiten
5 Sterne


Als das Leben mich aufgab, war ich 16 Jahre alt und trug keine Schuhe… Keine Ahnung, wie ich gestorben bin oder wie ich heiße, aber ich nenne mich Mai. Ja, richtig, wie der Monat. Im Jenseits wollten sie mich nicht haben. Zu viele unerledigte Dinge, haben sie gesagt. Darum stehe ich jetzt hier mit einer Handvoll Briefe an Menschen, an die ich mich nicht mehr erinnern kann. Doch möchte ich das überhaupt? Möchte ich meine Vergangenheit wiedererwecken? Wissen, wer ich war, wen ich liebte und wie ich starb? Eigentlich nicht und doch wird diese Reise mich im Tod mehr über das Leben lehren, als es das Leben selbst je gekonnt hat.


Tolle Gestaltung, innen wie außen. Der Aufbau der Geschichte hat mich schnell begeistert. Nachdem ich etwas mehr gelesen habe, habe ich gemerkt das der Schreibstil mich sehr anspricht und ich wurde neugierig was die Autorin noch für Geschichten geschrieben hat.


Mai ist ein interessanter Charakter, schlagfertig wenn es sein muss und tapferer als sie denkt. Zu verfolgen wie sie sich schlägt und ihre Gedanken zu lesen, haben mich auf einer Seite betroffen gemacht, auf der anderen nachdenklich. Ihre Aussagen und Gedanken waren sehr zutreffend und echt, so bekam man das Gefühl das man sie leicht nachvollziehen kann. Auch wenn sie stark wirkt, will man dieser jungen Frau die Hand reichen und sie bestärken, ihren Worten zuzuhören, bei denen man eine andere Sicht- und Denkweise erhält.
Bei Raven ist nicht nur der Name außergewöhnlich, sondern sein ganzer Charakter lässt einen rätseln, wen man hier vor sich hat. Er bemerkt Dinge, die andere ausblenden und bleibt er ein Mysterium, dessen Rolle viel Spielraum für Interpretationen ließ.
Naoma, jemand der erstmal unscheinbar wirkt, aber sie hat den Blick fürs Besondere, ihre Wahrnehmung war beeindruckend. Sie ist ein toller Mensch und die ganze Geschichte hindurch habe ich ihr nur Gutes gewünscht.


Ich muss zugeben, das ich trotz des Themas des Buchs überrascht war, welche Melancholie und Tiefe hinter den Worten stecken kann. Dadurch wird die Schwere einem noch etwas mehr bewusst. Nach den ersten 100 Seiten, die wie im Flug vergingen, bin ich begeistert gewesen und hoffe das es so weiter geht. Die Geschichte war voller „Wows“, ich wurde nachdenklich bei den Dingen die Mai sagte und die Erkenntnisse die sie erlangt hat durch die Lage in der sie sich befindet. Als das Leben mich aufgab ist ein Buch, das noch eine Weile nachwirken wird. Und ja, am Ende stellt sich auch etwas Traurigkeit ein, einfach weil es sich so richtig angefühlt hat. Es ist kein leichtes Thema, das in dieser Weise auch nicht häufig beschrieben wird, aber die Autorin hat dies auf eine wundervolle Art gemacht. Es gab einiges das ich für einen Moment sacken lassen musste, doch genau das hat mich auch immer wieder dazu gebracht weiter zu lesen, weil mich die Frage was nun geschieht nicht losgelassen hat. Eine wirklich tolle Geschichte, mit Momenten die einen kalt erwischen können, aber ein absolutes Must-Read und eine Lese-Highlight vom feinsten ist. Also traut euch und begleitet Mai dabei, die Besitzer der Briefe zu finden.